Lichtenhagen 1992 in Schwerin: Zeitgeschichte als Graphic Novel erleben

Event: Lichtenhagen 1992 – die Graphic Novel oder: Wie vermitteln wir Zeitgeschichte? in Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker, Johannes-Stelling-Straße 29, 19053 Schwerin on 9. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

9. Oktober 2026 10:00 Uhr

Veranstaltungsort

Schwerin
19 Schwerin, Germany

Über diese Veranstaltung

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Wie Bilder Zeitgeschichte sichtbar machen: Lichtenhagen 1992 in Schwerin

Die Wanderausstellung Lichtenhagen 1992 – die Graphic Novel oder: Wie vermitteln wir Zeitgeschichte? eröffnet am 8. Oktober 2026 und ist anschließend bis zum 10. November 2026 im Foyer der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker zu sehen. Im Zentrum steht die Frage, wie eine Graphic Novel historische Gewalt, Rassismus und gesellschaftliche Verantwortung zugänglich vermitteln kann.

Originalzeichnungen als buchhistorische Quelle

Im August 1992 brannte in Rostock-Lichtenhagen das Sonnenblumenhaus. Die rassistischen Ausschreitungen wurden zu einem erschütternden Symbol für Rassismus im vereinten Deutschland. Die Ausstellung nähert sich diesem zeitgeschichtlichen Ereignis über die Graphic Novel, die 2024 von der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit der Universität Rostock veröffentlicht wurde.

Pedro Stoichita entwickelte und zeichnete das Werk. Der visuelle Künstler wuchs in einem vielsprachigen Umfeld mit Deutsch, Französisch, Spanisch und Rumänisch auf und lebt heute in Berlin und Rom. Seine Zeichnungen verbinden erzählerische Klarheit mit einer sensiblen Bildsprache, die historische Perspektiven nicht vereinheitlicht, sondern nebeneinander sichtbar macht.

Zwischen Zeichnung, Erinnerung und politischer Bildung

Die Präsentation zeigt Originalzeichnungen von Pedro Stoichita sowie Vorarbeiten der Graphic Novel. Diese Materialien eröffnen eine unmittelbare Werkbetrachtung: Linien, Bildkompositionen und zeichnerische Entscheidungen werden als Teil eines historischen Erzählprozesses erfahrbar. Neben den Originalen stellt die Landesbibliothek weitere Graphic Novels vor, die sich mit der Aufarbeitung von Zeitgeschichte beschäftigen.

Die Ausstellung verbindet ästhetische Erfahrung mit kultureller Bildung. Die Graphic Novel dient dabei als inklusive Ausgangsbasis für eine Auseinandersetzung mit Rassismus. Nicht allein Fakten und Daten stehen im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie Bilder Empathie, historische Vorstellungskraft und kritisches Denken anregen.

Eröffnung mit Podiumsdiskussion

Zur Eröffnung am 8. Oktober 2026 um 18 Uhr begrüßt Dr. Ramona Dornbusch, Direktorin des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, die Gäste. Matthias Wehry, Leiter der Landesbibliothek, führt in die Bedeutung der Sammlung von Vorzeichnungen einer Graphic Novel ein.

In der anschließenden Podiumsdiskussion sprechen Dr. Gudrun Heinrich und Sandra Eichstädt von der Universität Rostock sowie Pedro Stoichita über die Graphic Novel als Zugang zur Vermittlung von Zeitgeschichte und zur Auseinandersetzung mit Rassismus. Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, übernimmt die Moderation. Ein kleiner Umtrunk schließt die Eröffnung ab.

Ein Kunsterlebnis mit gesellschaftlicher Verantwortung

Die Ausstellungsatmosphäre im Foyer der Landesbibliothek verbindet den Charakter eines kulturellen Gedächtnisortes mit der konzentrierten Nähe zur Zeichnung. In der Werkbetrachtung werden Materialien, Bildfolgen und kuratorische Zusammenhänge zu Spuren einer Erinnerungskultur. So entsteht ein Kunsterlebnis, das historische Erkenntnis und ästhetische Erfahrung miteinander verbindet.

Die Ausstellung ist bis zum 10. November 2026 während der Öffnungszeiten der Landesbibliothek zugänglich. Sie richtet sich an Kunstinteressierte, historisch Interessierte, Lehrkräfte, Jugendliche und alle, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Gesellschaft über Gewalt, Rassismus und Erinnerung spricht.

Fazit: Zeitgeschichte im Original erleben

Lichtenhagen 1992 zeigt, wie Malerei, Zeichnung und grafisches Erzählen zur Vermittlung komplexer Geschichte beitragen können. Die Originalzeichnungen von Pedro Stoichita, die kuratorische Einordnung und die Perspektiven aus Kunst, Wissenschaft und politischer Bildung machen die Ausstellung zu einem wichtigen Ort des Nachdenkens. Wer historische Verantwortung nicht nur lesen, sondern in einer konzentrierten ästhetischen Erfahrung reflektieren möchte, sollte diese Ausstellung in Schwerin unbedingt live besuchen.

Offizielle Kanäle von Pedro Stoichita:

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Quellen:

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