Sonderausstellung zur Ärzteschaft im Nationalsozialismus im Kulturforum Schwerin


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Ein historischer Blick auf Medizin, Moral und Verantwortung
Im Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin öffnet eine Ausstellung, die nicht ausstellt um des Schauens willen, sondern um Erinnerung, Kritik und historische Bildung zu verbinden. Unter dem Titel Heilen und Vernichten – Idylle und Verbrechen richtet sich der Blick auf die sogenannte Führerschule der Deutschen Ärzteschaft in Alt Rehse und auf die Verstrickung der Ärzteschaft im Nationalsozialismus.
Ein Ausstellungsort mit politischer Tiefenschärfe
Die Präsentation führt in einen geschichtlichen Raum, in dem medizinisches Wissen ideologisch missbraucht wurde. Die Ausstellung beleuchtet, wie sich nationalsozialistische Gesundheits- und Rassenpolitik mit ärztlicher Ausbildung verband und wie aus Heilkunst ein Instrument der Ausgrenzung und Verfolgung werden konnte. Gerade darin liegt die besondere Kraft dieser Schau: Sie macht historische Zusammenhänge sichtbar, die bis heute ethische Fragen an die Gegenwart stellen.
Alt Rehse als Lernort der Erinnerung
Im Mittelpunkt steht die Geschichte der ehemaligen Führerschule der Deutschen Ärzteschaft in Alt Rehse, einem Ort, an dem Mediziner auf die Ideologie des Regimes eingeschworen wurden. Die Ausstellung eröffnet damit nicht nur einen Blick auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Aufgabe historisch-politischer Bildung. Wer hier durch die Präsentation geht, begegnet der Frage, wie Wissen, Macht und Verantwortung in der Medizin zusammenhängen.
Ausstellungsatmosphäre zwischen Dokumentation und Nachdenken
Das Kunsterlebnis dieser Sonderausstellung entsteht nicht durch spektakuläre Inszenierung, sondern durch die eindringliche Kraft von Dokumenten, historischen Bezügen und der ruhigen Präsenz eines Ortes, der zum Nachdenken einlädt. Die Ausstellung erzeugt eine konzentrierte Werkbetrachtung im weiteren Sinn: nicht als Betrachtung einzelner Gemälde, sondern als Auseinandersetzung mit historischen Bildern, Texten und Zeugnissen, die eine dunkle Epoche präzise greifbar machen.
Begleitprogramm und Besucherinformation
Die Wanderausstellung wird erstmals am 4. September 2026 gezeigt und ist anschließend vom 5. bis 17. September 2026 dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Damit richtet sich das Angebot an ein breites Publikum, das historische Aufklärung, kulturelle Bildung und eine reflektierte Ausstellungserfahrung sucht.
Fazit
Diese Sonderausstellung ist eine eindringliche Einladung, sich mit der Rolle der Medizin im Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Wer historische Verantwortung, Erinnerungskultur und museale Bildungsarbeit schätzt, sollte diese Schau im Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus unbedingt live erleben.
Offizielle Kanäle von Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus:
- Instagram: https://www.instagram.com/kulturforum_schwerin/
- Facebook: Kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: Kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.schwerin.de/kultur-tourismus/kunst-kultur/bildende-kunst-museen/schleswig-holstein-haus/
Quellen:
- Landeshauptstadt Schwerin - Sonderausstellung zur Ärzteschaft im Nationalsozialismus
- Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern - Veranstaltungskalender
- Landeshauptstadt Schwerin - Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus
- Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V. - Geschichte
- Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V. - Veranstaltungen










