strömen im Kunst-Wasser-Werk Schwerin: Kunst zwischen Wasser, Zeit und Erinnerung

Event: strömen mit Arbeiten von Monika Ortmann, Mirjam Elburn und Ramona Seyfarth in Kunst-Wasser-Werk e. V. - Altes Wasserwerk Schwerin-Neumühle, Neumühler Straße 80, 19057 Schwerin on 10. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

10. Oktober 2026 14:00 Uhr

Veranstaltungsort

Schwerin
19 Schwerin, Germany

Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

strömen: Zeitgenössische Installationskunst im Alten Wasserwerk Schwerin

Am 10. Oktober 2026 öffnet das Kunst-Wasser-Werk in Schwerin-Neumühle seine historischen Räume für die Ausstellung strömen. Monika Ortmann, Mirjam Elburn und Ramona Seyfarth verbinden ortsspezifische Installationen mit Fragen nach Wasser, Zeit, Erinnerung und gesellschaftlichem Wandel. Der Ausstellungsbesuch führt in ein industriell geprägtes Gebäude, dessen Architektur selbst zum aktiven Gegenüber der Kunst wird.

Ein ehemaliges Wasserwerk als künstlerischer Resonanzraum

Das Alte Wasserwerk Schwerin-Neumühle ist weit mehr als eine Ausstellungsfläche. Pumpenhaus, Haupthaus und die historische Industriearchitektur verleihen der Präsentation eine besondere Raumwirkung. Der Titel strömen verweist auf Wasser als physische Kraft ebenso wie auf Gedanken, Gefühle, Informationen und soziale Prozesse, die in Bewegung geraten.

Die drei Künstlerinnen nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Ihre Arbeiten thematisieren das Fließen, Versickern und Überlaufen sowohl materiell als auch symbolisch. Dadurch entsteht ein vielstimmiger Dialog zwischen Installation, Skulptur, Fotografie, Zeichnung, Mixed Media und dem historischen Ort.

Monika Ortmann: Verflechtungen aus gefundenem Material

Monika Ortmann studierte Kunst, Visuelle Kommunikation und Fotografie in Berlin und Dortmund. Seit den frühen 1970er-Jahren arbeitet sie mit gebrauchten und weggeworfenen Materialien wie Geweben, Strumpfhosen, Schuhen, Puppen und Altpapier. Diese Fundstücke verwandelt sie in raumgreifende, versponnene und verknotete Installationen.

Ihre sogenannte Nylonästhetik erzeugt eine eigentümliche Verbindung aus Fragilität und körperlicher Präsenz. Hängende, vielfarbige Gebilde treten in einen spannungsvollen Dialog mit der kühlen Industrieästhetik des Wasserwerks. Ortmanns Installationen machen gesellschaftliches Treibgut sichtbar und verwandeln es in begehbare Bilder komplexer Beziehungen.

Mirjam Elburn: Zwischen analoger und digitaler Wahrnehmung

Mirjam Elburn studierte Kunstgeschichte und Freie Kunst in Saarbrücken. Als Künstlerin und freiberufliche Kuratorin arbeitet sie an der Schnittstelle von Bildhauerei, Installation, Fotografie und Mixed Media. Ihre Praxis verbindet sinnliche Materialerfahrung mit einem offenen, prozessualen Zugang zur Kunstvermittlung.

In ihren Arbeiten begegnen sich sichtbare und unsichtbare Strömungen. Wasser erscheint dabei als psychologischer Topos: Es kann beruhigen, erinnern und zugleich Unruhe oder Bedrohung auslösen. Fotografische und multimediale Elemente erweitern die Werkbetrachtung um Fragen nach Wahrnehmung, Projektion und inneren Landschaften.

Ramona Seyfarth: Zeit, Erinnerung und gesellschaftliche Verantwortung

Ramona Seyfarth, 1980 in Neubrandenburg geboren, lebt und arbeitet seit 2013 wieder in ihrer Heimatstadt. Im Zentrum ihres Schaffens steht die Zeit, die sie verdichtet, befragt und in sinnlich erfahrbare Formen überführt. Ihre Arbeiten richten den Blick außerdem auf Flucht, verlorene Heimat, Würde und ökologische Zusammenhänge.

Abstrahierende Symbole und flüchtige Materialien verleihen ihren Werken eine poetische, zugleich politische Spannung. Seyfarth erhielt unter anderem den Kunstpreis für Nachwuchskünstler in Mecklenburg-Vorpommern und den Ersten Upcycling-Kunstpreis. Ihre Arbeitsweise zeigt, wie aus scheinbar wertlosen Materialien neue Bilder gesellschaftlicher Erinnerung entstehen.

Ästhetische Erfahrung und kulturelle Bildung

Die Ausstellung lädt zu einer konzentrierten Werkbetrachtung ein. Farben, textile Oberflächen, fotografische Bildräume und skulpturale Formen reagieren auf Licht, Architektur und die historische Funktion des Gebäudes. Die Ausstellungsatmosphäre lebt von Kontrasten: industrielle Härte trifft auf fragile Materialien, sachliche Konstruktion auf emotionale Resonanz.

Besucherinnen und Besucher erleben zeitgenössische Kunst als offenen Denkraum. Die Kuratierung verbindet unterschiedliche künstlerische Haltungen, ohne sie auf eine einzige Interpretation festzulegen. So entsteht ein Kunsterlebnis, das Wahrnehmung, kulturelle Bildung und persönliche Assoziation miteinander verknüpft.

Fazit: Ein Kunsterlebnis zwischen Wasser, Raum und Erinnerung

strömen versammelt drei eigenständige Positionen der Installationskunst und macht das Alte Wasserwerk zum lebendigen Bestandteil der Ausstellung. Kunstinteressierte erwartet eine sinnliche und kunsthistorisch anregende Begegnung mit Materialien, Bildern, Raum und gesellschaftlichen Fragen. Wer zeitgenössische Kunst in einem außergewöhnlichen industriellen Umfeld erleben möchte, sollte diese Ausstellung in Schwerin-Neumühle unbedingt live besuchen.

Offizielle Kanäle von Monika Ortmann, Mirjam Elburn und Ramona Seyfarth:

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Quellen:

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