Third Eyelid im Kunstverein Schwerin: Eine Performance für den unsicheren Blick


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Wenn Wahrnehmung ins Wanken gerät: Keta Gavashelis Third Eyelid
Im Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern in Schwerin eröffnet Keta Gavasheli mit Third Eyelid einen ungewöhnlichen Zugang zur Gruppenausstellung Aperture, monitor, field, mouth, language,. Die Performance verbindet Text, Video und Sound zu einer fragmentarischen performativen Lesung und macht den Körper zum empfindlichen Seismografen für Bilder, Erinnerungen und optische Täuschungen.
Eine Inszenierung zwischen Körper, Bild und Erinnerung
Gavasheli richtet den Blick auf optische Instrumente, verzerrte Bilder, Lichtbrechungen und Unschärfen. Die Dramaturgie folgt dabei keiner linearen Erzählung, sondern setzt auf Brüche, Überlagerungen und Wahrnehmungsverschiebungen. Text, Projektion und Klang treten in einen offenen Dialog, in dem sich Realität und mediale Vermittlung fortwährend neu justieren.
Das dritte Augenlid als Membran der Wahrnehmung
Inhaltlich steht die Performance in Verbindung mit Gavashelis Installation In the Middle of the Blank Page. Ein durch eine Lupe gefilmtes Video übersetzt die körperliche Erfahrung von Schwindel und Drehbewegung in eine verzerrte Bildsprache. Die Lupe fungiert als Membran zwischen Kamera und physischer Realität: Sie schützt den Blick nicht, sondern verändert ihn.
Eröffnung einer medienübergreifenden Ausstellung
Third Eyelid bildet den performativen Auftakt zur Ausstellung Aperture, monitor, field, mouth, language,. Die Gruppenschau versammelt Videoinstallationen, Skulpturen, Fotografien und Fotogramme von Keta Gavasheli, Danae Io, Chantal Kaufmann und Jonida Laçi. Im Zentrum stehen die Beziehungen zwischen Körper, Raum, Sprache und Objekt sowie die Frage, wie Bilder produziert, gerahmt und gelesen werden.
Die Ausstellung versteht Technologie als Erweiterung des Körpers und der Wahrnehmung. Kameras, Monitore und Projektionen erscheinen dabei nicht als neutrale Werkzeuge, sondern als aktive Übersetzer der gebauten Umwelt. Der Ausstellungstitel greift ein Zitat der Autorin Quinn Latimer auf und verweist auf persönliche Aufzeichnungen, mediale Apparate und die Schleifen der Erinnerung.
Ein konzentriertes Bühnenerlebnis in englischer Sprache
Die 45-minütige Performance findet in englischer Sprache statt. In der konzentrierten Theateratmosphäre des Kunstvereins verschmelzen Akustik, Lichtstimmung und bewegte Bilder zu einem sinnlichen Wahrnehmungsraum. Das Publikum erlebt keine klassische Handlung, sondern eine offene Versuchsanordnung, in der jede Unschärfe zum dramaturgischen Impuls wird.
Fazit: Ein Abend für neugierige Blicke
Keta Gavashelis Third Eyelid lädt dazu ein, den eigenen Blick als bewegliches, körperliches und erinnerndes Instrument zu erleben. Wer zeitgenössische Performance, Medienkunst und anspruchsvolle Bühnenkunst sucht, begegnet hier einem Abend zwischen Lesung, Installation und Klangraum. Das live erlebte Zusammenspiel von Körper, Bild und Sound verspricht ein intensives Bühnenerlebnis zur Eröffnung der Schweriner Ausstellung.
Offizielle Kanäle von Keta Gavasheli und dem Kunstverein für Mecklenburg und Vorpommern:
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