Prima Facie in der M*Halle: Schwerins intensiver Theaterabend mit Wucht


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Ein Abend, der das Recht auf den Prüfstand stellt
Mit Prima Facie zeigt das Mecklenburgische Staatstheater in der M*Halle ein präzise gebautes Gegenwartstheater von seltener Wucht. Suzie Millers Monodrama, von Anne Rabe ins Deutsche übertragen, rückt die zerbrechliche Grenze zwischen Macht, Sprache und Gerechtigkeit ins Zentrum und entfaltet dabei eine unmittelbare Theateratmosphäre, die lange nachhallt.
Ein Monolog wie ein seelischer Gerichtssaal
Im Mittelpunkt steht Tessa, eine brilliante Strafverteidigerin, die das juristische System auswendig kennt und seine Mechanik mit kühler Eleganz beherrscht. Gerade diese Erfahrung macht die dramaturgische Spannung des Stücks so intensiv: Was als souveräne Selbsterzählung beginnt, kippt in eine existenzielle Erschütterung. Die Inszenierung lebt von der Verdichtung, von präziser Schauspielkunst und von einem Text, der jedes Wort wie ein Beweisstück behandelt.
Dramaturgie mit erschütternder Klarheit
Prima Facie arbeitet mit der Kraft der Reduktion. Keine ausladende Bühne, kein dekoratives Übermaß, sondern Konzentration auf den Körper, die Stimme und die innere Bewegung einer Figur, die ihr eigenes Denken neu ordnen muss. Gerade darin liegt die Qualität dieses Bühnenerlebnisses: Der Abend zwingt zur Aufmerksamkeit, lässt Pausen sprechen und macht aus juristischen Begriffen emotionale Sprengsätze. Wer Gegenwartstheater mit gesellschaftlicher Relevanz sucht, erlebt hier eine Inszenierung, die das Verhältnis von Justiz, Beweis und Wahrnehmung radikal befragt.
Die M*Halle als passender Resonanzraum
Die M*Halle in der Gutenbergstraße ist als Spielstätte des Mecklenburgischen Staatstheaters ein Ort für konzentrierte, moderne Theaterabende. Die Halle bietet rund 150 Plätze auf der Bühne im ersten Stock sowie eine Lounge mit Bar und weitere künstlerische Räume. Diese Nähe zwischen Publikum und Spielgeschehen verstärkt die Intensität einer Produktion wie Prima Facie, die von direkter Ansprache und ungeschützter Präsenz lebt.
Ein Stück mit internationaler Strahlkraft
Seit der Uraufführung 2019 hat Prima Facie weltweit Aufmerksamkeit erhalten und wurde vielfach ausgezeichnet und diskutiert. Die englischsprachige Originalproduktion gewann den Olivier Award als Best New Play; später folgten weitere große Erfolge in London und New York. Die Theaterkritik würdigt das Stück immer wieder als kluge, packende und gesellschaftlich relevante Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt und der Frage, wie Recht und Gerechtigkeit auseinanderfallen können.
Fazit
Prima Facie verspricht in Schwerin einen Abend von hoher sprachlicher Präzision, emotionaler Dichte und großer politischer Relevanz. Das Publikum erwartet kein bequemes Abendtheater, sondern ein eindringliches Bühnenerlebnis, das sich mit Macht, Verantwortung und Verletzlichkeit auseinandersetzt. Wer Theater als Gedankenraum und Seismograf der Gegenwart schätzt, sollte diese Aufführung live erleben.
Offizielle Kanäle von Mecklenburgisches Staatstheater:
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