Ein Abend des Erinnerns in Schwerin: Film und Gespräch über den Flugzeugabsturz von 1986


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Erinnerung, Film und Zeitgeschichte: Ein Abend des Gedenkens in Schwerin
Am 14. Oktober 2026 widmet sich ein besonderer Erinnerungsabend auf dem Waldfriedhof Schwerin dem Flugzeugabsturz vom 12. Dezember 1986. In der Trauerhalle stellt der freie Autor und Journalist Matthias Baerens die NDR-Dokumentation Trauer unter Kontrolle – Der Flugzeugabsturz von 1986 vor. Der Film von Carolin Kock aus dem Jahr 2025 untersucht den staatlich gelenkten Umgang mit Trauer in der DDR.
Filmische Annäherung an ein verdrängtes Kapitel
Die 55-minütige Dokumentation eröffnet einen konzentrierten Blick auf ein Unglück, bei dem 72 Menschen ums Leben kamen. Im Zentrum stehen nicht nur die Ereignisse selbst, sondern auch die politischen und gesellschaftlichen Mechanismen, die den öffentlichen Umgang mit Verlust und Trauer in der DDR prägten. Die filmische Recherche verbindet Zeitgeschichte, Medienanalyse und persönliche Erinnerung.
Recherche, Zeitzeugen und historische Verantwortung
Matthias Baerens hat über Jahre in verschiedenen Archiven recherchiert und zahlreiche Zeitzeugen gesucht und befragt. Seine Ergebnisse veröffentlichte er im Buch Trauer unter Kontrolle. Der Abend bietet damit eine fundierte Werkbetrachtung der Dokumentation und führt zugleich in die Methoden historischer Erinnerungsarbeit ein.
Gespräch über Erinnerungskultur
Im Anschluss an die Filmvorführung lädt Matthias Baerens zu einem offenen Gespräch über den Film, das Flugzeugunglück und die Erinnerungskultur in Schwerin ein. Dabei informiert er auch über Zugangsmöglichkeiten zu Archiven und Akten für Betroffene und Interessierte. Das Gespräch schafft Raum für Fragen, persönliche Perspektiven und eine kritisch-reflektierte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Ein würdevoller Ort für das Kunsterlebnis der Erinnerung
Die Trauerhalle auf dem Waldfriedhof gibt dem Abend einen stillen und würdevollen Rahmen. Die Ausstellungsatmosphäre im engeren Sinn weicht hier einer konzentrierten ästhetischen Erfahrung des dokumentarischen Films: Bilder, Stimmen, Archivmaterial und die besondere Raumwirkung verbinden sich zu einem eindringlichen Kunsterlebnis. Kulturelle Bildung entsteht durch die Begegnung mit historischen Quellen und die gemeinsame Werkbetrachtung.
Fazit: Geschichte gemeinsam sichtbar machen
Dieser Abend verbindet Filmvorführung, historische Recherche und persönliches Gedenken. Kunstinteressierte, historisch Forschende und alle, die sich für DDR-Geschichte, regionale Erinnerungskultur und gesellschaftliche Aufarbeitung interessieren, erleben eine sachkundige und berührende Auseinandersetzung mit einem lange nachwirkenden Ereignis. Der Besuch lädt dazu ein, Erinnerung nicht als abgeschlossene Vergangenheit, sondern als lebendigen Prozess zu begreifen.
Offizielle Kanäle von Matthias Baerens:
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