„Ottla – Franz Kafkas Lieblingsschwester“: Geschichte wird in Schwerin lebendig

Event: Theaterstück „Ottla – Franz Kafkas Lieblingsschwester“ in Synagoge Schwerin, Schlachtermarkt 3-7, 19055 Schwerin on 1. November 2026

Datum und Uhrzeit

1. November 2026 16:00 Uhr

Veranstaltungsort

Schlachtermarkt
Schlachterstraße 8, 19055 Schwerin, Germany

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Ottla – Franz Kafkas Lieblingsschwester: Eine vergessene Stimme kehrt auf die Bühne zurück

In der Synagoge Schwerin widmet sich das Theaterstück „Ottla – Franz Kafkas Lieblingsschwester“ dem Leben und Schicksal von Ottilie Kafka, genannt Ottla. Die Aufführung zeichnet das Porträt einer außergewöhnlichen Frau, deren Biografie lange im Schatten ihres berühmten Bruders stand – und führt mitten hinein in die Geschichte jüdischen Lebens in Prag, der nationalsozialistischen Verfolgung und der Shoah.

Eine Lebensgeschichte zwischen Prag und Theresienstadt

Die Inszenierung nach dem Hörspiel von Petr Balajka, in der Übersetzung von Werner Imhof, erzählt von Ottlas familiärem Alltag in Prag und ihrer Deportation nach Theresienstadt. Dort übernimmt sie die Betreuung von Kindern in einem Waisenhaus. Ihre Briefe an die beiden Töchter werden zu unmittelbaren Zeitzeugnissen, während die Erinnerungen des jüdischen Lagerarztes Felix Hershkovitz die dramatische Handlung aus einer späteren Perspektive spiegeln.

Briefe, Erinnerungen und Kafkas geistige Gegenwart

Die Dramaturgie verbindet historische Dokumente mit literarischen Fragmenten. Franz Kafka bleibt in der Inszenierung durch verschiedene Zitate präsent – als Bruder, geistiger Bezugspunkt und unsichtbarer Gesprächspartner. So entsteht ein Bühnenerlebnis, das persönliche Nähe und historische Verantwortung miteinander verschränkt.

Schauspielkunst gegen das Vergessen

Die Ereignisse spitzen sich zu, als Ottla sich freiwillig meldet, um einen Transport jüdischer polnischer Kinder nach Auschwitz zu begleiten. Felix Hershkovitz versucht, sie von diesem Entschluss abzubringen. Die Regie von Britta Shulamit Jakobi setzt auf eine konzentrierte theatralische Erzählweise, in der Schauspiel, dokumentarisches Material und die bedrückende historische Realität ineinandergreifen.

Auf der Bühne stehen Hanno Dinger, Britta Shulamit Jakobi, Isai Liven und Sivan Yonna. Die Produktion von rimon productions versteht Theater als Haltung: jüdisch, politisch und nah am Menschen. Die Inszenierung macht Ottlas Mut, ihre Fürsorge für die Kinder und ihre persönliche Tragik sichtbar, ohne ihr Schicksal auf eine Fußnote der Kafka-Biografie zu reduzieren.

Ein Abend des Erinnerns und des Gesprächs

Im Anschluss an die Aufführung ist ein Gespräch mit dem Schauspielteam geplant, moderiert von Dr. Stephan Bunge. Dadurch öffnet sich der Theaterabend über die Bühnenhandlung hinaus für Fragen nach Erinnerungskultur, historischer Verantwortung und der Bedeutung von Biografien im Umgang mit nationalsozialistischer Verfolgung.

Fazit: Ein eindringliches Bühnenerlebnis in der Synagoge Schwerin

„Ottla – Franz Kafkas Lieblingsschwester“ verspricht eine konzentrierte, berührende Theateratmosphäre und eine Inszenierung, die Geschichte als menschliche Erfahrung begreift. Wer jüdische Kultur, dokumentarisches Theater und starke Schauspielkunst miteinander erleben möchte, findet hier einen Abend von großer emotionaler und historischer Bedeutung. Die Aufführung lädt dazu ein, Ottlas Stimme live auf der Bühne zu begegnen und ihr Schicksal nicht dem Vergessen zu überlassen.

Offizielle Kanäle von rimon productions:

Quellen:

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